Kammermusikfestival mit Jubiläumskonzert in Berlin

Zum ersten Mal fand ein zweiwöchiges Kammermusikfestival in Berlin statt: Vom 25.10. bis 08.11.25 nahmen acht junge Musiker*innen und zwei Tutor*innen an den Konzertwochen teil und gestalteten insgesamt 23 Konzerte in der Hauptstadt, drei davon waren öffentlich zugänglich.

Das Festival war zweigeteilt: In der ersten Woche kamen vier junge Studierende aus Zürich, Hamburg, Freiburg und Berlin zusammen. Anna Gebert (Violine) unterrichtete die jungen Musiker*innen und studierte zwei Streichquintette, eines von Brahms und eines von Mozart, mit ihnen ein. Besonders die Konzerte in den Einrichtungen für Menschen mit sensorischen und psychischen Einschränkungen sowie in der Jugendstrafanstalt hallten bei allen Musiker*innen nach. Die neuen Lebensrealitäten, mit denen sie hier in Kontakt kamen, warfen wichtige Reflektionsfragen auf und führten zu spannenden Gesprächen, auch zwischen den Studierenden, u.a. zu ihrer beruflichen Rolle und zur Frage der Verletzlichkeit beim Musizieren.

Ein Highlight der Woche: Am 30. Oktober feierten wir das 1000. Musethica-Konzert in Deutschland. Dieses fand in der Macherei der Johannesstift Proclusio gGmbH statt. dort gibt Musethica schon seit 2015 regelmäßig Konzerte. Das Publikum war, wie immer, äußerst dankbar und aufmerksam. Die Musiker*innen verbrachten den ganzen Tag auf dem Gelände des Johannesstifts und gaben insgesamt drei Konzerte. Neben der Macherei besuchten sie auch die Pallitativstation für ukrainische Geflüchtete, wo im Nachgang des Konzertes bei Kaffee und Keksen ein ausgealssener Austausch mit dem Publikum entstand. Ein intensiver und bereichernder Tag!

In der zweiten Woche erklangen neben Streichinstriumenten auch Klaviertöne: Der Pianist Dirk Mommertz arbeitete intensiv mit dem Euphorie Quartett zusammen, ein Klavierquartett, das sich an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin gegründet hat. Inzwischen studieren die Mitglieder in vier verschiedenen Städten Europas. So war die Konzertwoche für sie eine wichtige Gelegenheit, konzentriert und intensiv an ausgewählten Quartettstücken zu arbeiten. Ob in Schulen, Kindergärten, in der JVA oder im Blindenhilfswerk: Mit allen Zuhörenden ergaben sich interessante Gespräche und die jungen Musiker*innen kitzelten vielfältige Assoziationen auf die gespielten Werke aus dem Publikum heraus: vom Thriller bis zu Wäldern und Meeren war alles dabei.

Sowohl Anna Gebert als auch Dirk Mommertz nahmen zum ersten Mal als Tutor*innen an einer Musethica-Session teil - und beide betonten, dass es hoffentlich nicht das letzte Mal gewesen ist. In seiner Ansprache zum Abschlusskonzert im Krönungskutschen-Saal der Hochschule für Musik Hanns Eisler sagte Dirk Mommertz, dass diese Erfahrung die “bedeutendste in seiner gesamten Lehrtätigkeit” war - ein großes Kompliment und eine Bestärkung der Musethica-Methode.

Insgesamt wurden 1161 Zuhörer*innen in diesen zwei Wochen erreicht.

Ein besonderer Dank gilt der Vinci Stiftung, die uns bei dem Kammermusikfestival personell und ehrenamtlich unterstützt hat.

Das Festival war Teil des von der Europäischen Union geförderten Projekts 1000+ Concerts: Innovating Higher Music Education through Social Inclusion. Die zweite Konzertwoche fand in Kooperation mit der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin statt.


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Rückblick: Erste Musethica-Session im Kinzigtal

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